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Was über sie gesagt wird und was wir wissen
In den Medien sei es weltweit oder in Israel, hören wir nur dann von ihnen, wenn es Ausschreitungen und Gewalt gegen Palästinenser oder israelische Soldaten gibt. Wenn das von Siedlern ausgeht, handelt es sich um Extremisten, die einen winzigen Teil der Gesamtbevölkerung der sogenannten israelischen Siedler ausmachen. Ansonsten finden wir unter den heute fast 800.000 Israelis, die auf den Golanhöhen, in Judäa und Samaria sowie in Ost-Jerusalem wohnen, alle Arten von Menschen, denen wir auch sonst in der israelischen Gesellschaft begegnen.
Viele Einwohner von Israels Hauptstadt Jerusalem haben keine Ahnung, dass sie in den Augen der Europäischen Union und vieler internationaler Institutionen „Siedler“ und „illegale Besatzer“ sind. Sie leben in Stadtteilen und auf Gebieten, die nach dem Unabhängigkeitskrieg Israels 1948 von Jordanien besetzt worden waren und 1967 von Israel erobert wurden. Im Juli 1980 erklärte die „Knesset“, das israelische Parlament, im sogenannten „Jerusalem-Gesetz“ die ganze Stadt Jerusalem zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt des Staates Israel.
Jerusalem ist die größte Stadt Israels, die sich rasch entwickelt und deren arabische und jüdische Bevölkerung stetig wächst. Aus israelischer Sicht handelt es sich bei Jerusalem also rein rechtlich nicht um eine “Siedlung”. Da die Europäische Union jedoch an ihrer Position festhält und die Menschen, wie es nun einmal so ist, von einem Stadtteil in einen anderen umziehen, werden die einen zu Siedlern, während andere mit ihrem Umzug aufhören, Siedler zu sein. Das gilt auch an anderen Stellen im Land. Menschen ziehen in so genannte Siedlungen, die heute Zehntausende von Einwohnern haben, wie etwa Maale Adumim oder Modiin Ilit, und dann wieder zurück ins anerkannte Israel nach Beer Schewa oder Tel Aviv. Die Zahl der Israelis, die aus ideologischen Gründen nicht in einer „Siedlung“ leben würden, nimmt aus verschiedenen Gründen ab.
Der Begriff „Siedlung” kann verwirrend sein. Es handelt sich um ein ganzes Spektrum von Städten, Dörfern und Ortschaften, einschließlich kleiner Gehöfte in der judäischen Wüste oder im Bergland von Samaria.
Neben den Siedlern aus Jerusalem gibt es auch Bewohner der Golanhöhen, die von Israel während des Sechstagekriegs besetzt und 1981 per Gesetz zu israelischem Staatsgebiet erklärt wurden. Kurz nach Kriegsende haben erfahrene Kibbuzniks den ersten Kibbuz „Marom Golan“ gegründet. Bald kamen weitere hinzu. Wenn man heute Sussita, einen der archäologischen Nationalparks besucht, kann man nicht nur auf einer römischen Straße spazierengehen, sondern auch einen Film ansehen, der davon erzählt, wie Kibbuzniks aus Ein Gev während des Unabhängigkeitskrieges sogar eine syrische Militärbasis erobert haben, von der aus sie ständig beschossen wurden.
Die Besiedlung der Golanhöhen nach dem Sechstagekrieg erfolgte vor allem aus Sicherheitsgründen. Während des Jom-Kippur-Krieges 1973 mussten die Bewohner fliehen. Aber sie kehrten nach dem Krieg zurück und bauten die zerstörten Orte wieder auf. Heute sind die Golanhöhen ein Ort fruchtbarer Plantagen, Weinberge und Weideland. In einer Höhe von über 1000 Metern über dem Meeresspiegel gedeihen auch Himbeeren und Blaubeeren, die sonst in Israel nicht wachsen.
Die Drusen am Fuß des Berges Hermon bauen leckere Äpfel an und stellen Salate aus wild wachsenden Kräutern her. Archäologische Ausgrabungen zeugen von einer interessanten Geschichte und Naturschutzgebiete ziehen unzählige Besucher an. Eine Besonderheit in Gamla ist die Schutzstation für gefährdete Geier.
Vom Ufer des Sees Genezareth kann man vor den Golanhöhen eine Hügelspitze sehen, auf der nach dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang des Osmanischen Reiches Vertreter Großbritanniens und Frankreichs standen, um das Gebiet unter sich aufzuteilen. Die Golanhöhen wurden damals Frankreich zugeteilt. Mit dem Ende des französischen Mandats wurde 1946 dann Syrien unabhängig. Die Briten hätten das Mandat gehabt, auf ihrem Gebiet den Juden den Aufbau einer nationalen Heimstätte sowohl westlich als auch östlich des Jordans zu ermöglichen. Aber schon Anfang der 1920er Jahre waren etwa 75 % des britischen Mandatsgebiets Palästina abgetrennt worden und zum Emirat von Abdullah Ibn Hussein erklärt. Abdullah stammte eigentlich von der arabischen Halbinsel. Sein Vater war der Scherif von Mekka gewesen. Der Rat des Völkerbundes genehmigte diese erste Teilung Palästinas am 16. September 1922. Dadurch wurde das Ostjordanland des britischen Mandatsgebiets Palästina zum Emirat Transjordanien.
Nach der Unterzeichnung der Verträge von Oslo 1993 wurde unter der Regierung von Jitzchak Rabin über eine Rückgabe der Golanhöhen an Syrien nachgedacht. Damals tauchten überall Transparente, Plakate und Aufkleber auf, auf denen „Das Volk mit dem Golan“ zu lesen war. In Israel bedauert heute niemand, dass ein „Friedensabkommen“ mit Syrien unter diesen Bedingungen nicht zustande gekommen ist. Aus Sicht der EU und eines Großteils der UNO sind die israelischen Bewohner der Golanhöhen nach wie vor Besatzer syrischen Territoriums. Unter Präsident Donald Trump haben die USA 2019 die israelische Souveränität über die Golanhöhen anerkannt.
Es gab Siedler, die Bewohner der jüdischen Dörfer im Gazastreifen gewesen sind. Vor genau 20 Jahren setzte die israelische Regierung unter Ariel Scharon einen Beschluss um, sich einseitig von den Palästinensern zu trennen. Alle Bewohner der jüdischen Gemeinden im Gazastreifen wurden zwangsweise umgesiedelt, „entwurzelt“, wie sie es selbst nannten. Das geschah unter dem Beifall der ganzen Welt, obwohl es eigentlich laut den 4. Genfer Konventionen nicht mehr legal ist, Zivilbevölkerung aus politischen Gründen zu „deportieren oder transferieren“.
Als im Jahre 2023 im Zusammenhang mit den Kontroversen und massiven Demonstrationen um die Justizreform von „der größten Krise seit der Gründung des Staates Israel“ die Rede war, war der Gedanke an die unglückliche Trennung von den Palästinensern im Gazastreifen durch die Vertreibung der eigenen Bevölkerung unausweichlich. Aus meiner Sicht waren die herzzerreißenden Szenen, wie israelische Soldaten die eigenen Zivilisten gewaltsam aus ihren Häusern zerrten, die größte Krise in der israelischen Gesellschaft, die schreckliche Konsequenzen hatte.
Die Palästinenser hätten am Ostrand des Mittelmeeres ein Singapur aufbauen können. Aber sie haben Hamastan aufgebaut – und die Welt sprach weiter von Besatzung, obwohl im Gazastreifen kein einziger Jude, kein einziger israelischer Soldat mehr übriggeblieben war. Die blühende Landwirtschaft mit den riesigen Gewächshäusern auf Sand, Synagogen, Schulen und Kindergärten, alle Wohnhäuser wurden von den Palästinensern zerstört – „die Welt von gestern“, wie Stefan Zweig sagen würde, hörte auf zu existieren.
20 Jahre nach diesem tragischen Versuch, sich von den Palästinensern aus Gaza zu trennen und sie einer Selbstverwaltung zu überlassen; nach drei Jahrzehnten Raketenbeschuss und Terrorangriffen auf israelisches Gebiet, die am 7. Oktober 2023 im schlimmsten Massaker an Juden seit dem Holocaust gipfelten, räumt Generalmajor a.D. Gerschon HaCohen, der die Vertreibung der Juden aus dem Gazastreifen geleitet hatte, ein, dass es ohne die Evakuierung der Siedlungen nicht zu dem Massaker gekommen wäre. Der Waffenschmuggel aus dem Iran und der Aufbau einer Terrorhochburg im Gazastreifen wäre nicht in dieser Weise möglich gewesen. Wir werden von diesen Siedlern und ihren Nachkommen wahrscheinlich noch hören – wenngleich zuerst einmal im Zusammenhang mit dem unglückseligen 20. Jahrestag.
Bisher haben wir uns also mit Siedlern befasst, die aus israelischer Sicht keine sind, von niemandem als solche gesehen oder bezeichnet werden. Dann gibt es Siedler, die keine mehr sind, weil die Regierung sie gegen ihren Willen aus den Dörfern im Gazastreifen evakuiert hat. Es gibt die Siedler, von denen derzeit viel die Rede ist und die an den für das jüdische Volk historisch sehr bedeutenden Orten leben.
Ich schreibe „derzeit”, weil die Knesset am 23. Juli 2025 mit einer Mehrheit von 71 Stimmen eine offizielle Empfehlung an die israelische Regierung ausgesprochen hat über Judäa, Samaria und das Jordantal Souveränität zu erklären. In dieser Resolution werden diese Gebiete als untrennbarer Bestandteil der historischen, kulturellen und spirituellen Heimat des jüdischen Volkes bezeichnet.
Da sind zum Beispiel die Siedler aus Hebron. Dort hat der Stammvater Abraham ein Feld gekauft, um seine Frau Sarah zu begraben. Dort sind auch die Stammväter Isaak und Jakob gemeinsam mit ihren Frauen Rebekka und Lea beerdigt. In dieser Stadt herrschte König David bevor er Jerusalem zur Hauptstadt machte. 3000 Jahre lang gab es in dieser Stadt ununterbrochen eine jüdische Gemeinde, bis im Sommer 1929 Araber ein grauenhaftes Massaker verübten. Die britische Mandatsmacht evakuierte die überlebenden Juden, so dass die alte Hebroner Gemeinde ausgelöscht wurde.
Bei der Beurteilung einer Situation aus historischer Sicht stellt sich immer die Frage, wie weit man in die Geschichte zurückgehen soll. In biblische Zeiten? In die byzantinische Zeit? Ins Mittelalter? In die frühe Neuzeit? Im Blick auf die Golanhöhen, den Gazastreifen, Judäa und Samaria existieren archäologische Funde und schriftliche Beweise für eine jüdische Präsenz, nicht selten für eine jüdische Bevölkerungsmehrheit. Das wunderschöne Mosaik aus einer antiken Synagoge im Gazastreifen kann man heute beispielsweise im Museum des guten Samariters auf dem Weg zum Toten Meer bewundern.
In Europa wollten die Nichtjuden immer bestimmen, wo Juden leben dürfen und wo nicht. Deshalb ist das jüdische Leben in Europa bestimmt von Vertreibungen, Einschränkungen, Ghettos und noch Schlimmerem. Auch heute, wo das jüdische Volk in seine ursprüngliche Heimat zurückgekehrt ist, meinen wir Europäer offensichtlich weiterhin bestimmen zu wollen, wo Juden leben dürfen und wo nicht, selbst in ihrem eigenen Land.
Die Palästinenser und ihre Anhänger haben weltweit Farbe bekannt, und zwar nicht nur auf Arabisch, sondern allgemein verständlich skandieren sie: „From the river to the sea, Palestine shall be free!” Ganz unverhohlen fordern sie, dass das gesamte historische Gebiet Israel vom Jordan bis zum Mittelmeer „judenrein” sein soll.
Als der Slogan „Vom Fluss bis zum Meer” so populär wurde, war ich persönlich sofort von einer Ironie des Schicksals oder vielleicht der Ironie Gottes überrascht. Dieser Satz stammt aus der Bibel. Dort verheißt Gott seinem Volk (5. Mose 11,24): „Jeder Ort, den euer Fuß betritt, wird euch gehören: von der Wüste bis zum Libanon, vom Fluss, dem Euphrat, bis zum Mittelmeer, all das wird euer Gebiet sein.“ Daran ist jedoch auch eine Bedingung gebunden in der Beziehung zwischen dem Gott Israels und seinem Volk.



Liebe Frau Gerloff, vielen dank für diesen Bericht. Ich möchte Sie fragen, ob es für Sie akzeptabel ist, den Bericht in sozialen Netzwerken und auf unseren persönlichen Seiten zu veröffentlichen? Es ist so wichtig, die Wahrheit zu erfahren, die die Medien absichtlich verschweigen. Ich könnte ihn für meine Freunde auch ins Griechische übersetzen.
Ja, die Berichterstattung in unseren Medien war und ist eine Katastrophe. Für mich ist das purer Antisemitesmus und bedient vor allem linke und rechte Ansichten. Schade, dass der Bundeskanzler der Straße nachgegeben hat und islamistische Propaganda mit dem Stopp der Waffenlieferungen nach Israel bedient. Deutschland profitiert seit Jahren von israelischem Innovationen auf allen Gebieten.
Deshalb sind Artikel wie der von Krista Gerloff über die Siedler wichtig, um direkt aus Israel Argumente in Diskussionen zu haben. Danke!
Vielen Dank. Ich schließe mich allen „Vorrednern „ an.
Ist es denn nicht möglich, diesen Bericht an verschiedene Zeitungen ( die Welt, NZZ, süddeutsche etc) zu schicken?
Herzliche Grüße aus dem Schwarzwald
Conny
Ein hervoragender Bericht es geht um Grundlagen und Wissen gut für mein Archiv Grüße Siegfried Israelhandwerker aus dem Schwarzwald
Ein sehr guter, informativer Text! Es ist sehr wohltuend, das ein emotional so aufgeladenes Thema ohne jegliche Aggressivität bearbeitet wird.
Danke, liebe Krista, lieber Johannes,
genauso sehe ich das auch.
Als Ergänzung: Ich war 2001für einen Tag mit einer Reisegruppe „SOS Israel Reise“ in Gush Kativ – bereits zu diesem Zeitpunkt sagte unser Guide von dort: „Wir sind hier auch für die Sicherheit Israels, bei uns arbeiten Araber aus den umliegenden Dörfern, auch Gastarbeiter aus Thailand und den Philippinen, sie verdienen hier mehr, als woanders. – Wenn wir hier wegziehen würden gäbe es sofort Krieg gegen Israel, die radikalen Terroristen würden die Macht übernehmen – …“ – und genau so ist es, 5 Jahre später, gekommen. Die jüdischen Siedlungen wurden gewaltsam geräumt und die Angriffe auf IsraEL aus dem Gazastreifen aus begannen.
cwemosch
Vielen lieben Dank Frau Gerloff, das alles ist die Wahrheit wir müssen uns als deutsche und Europäer schämen, was die Medien berichten.
Es erfüllt sich jeden Tag neu ,was in der Bibel steht.
Wünsche Ihnen und Ihrer Familie weiterhin viel Kraft und Gottes Segen.
Danke, liebe Frau Gerloff, für diesen aufklärenden Bericht! Ja, die Weltöffentlichkeit wird belogen, „was das Zeug hält“…
Auch was Gaza betrifft. Wir sehen Menschen, zu Tode ausgehungert. Aber warum hungern sie? Es wird doch so viel an Lebensmitteln, aus der Luft und zu Lande angeliefert. Sie hungern deswegen, weil a) die Hamas es nicht will, dass die Lebensmittel an die hungernde Bevölkerung kommt, weil b) sie -die Hamas- Millionen-Geschäfte macht mit den Lebensmitteln, sie anderweitig verkauft. Warum sieht die Welt das nicht ???