Multikulti gottgewollt?

  • Januar 21, 2016
israelnetz

Liebe Leser,

Abrahams Geschichte beginnt in Mesopotamien, im Land zwischen Euphrat und Tigris. Heute liegt dort das Staatsgebiet des Irak – oder was von diesem Land übrig geblieben ist. Dort im Zweistromland liegt der Anfang des Volkes Israel und all derer, die Abraham ihren Vater nennen.

Die Bibel berichtet uns im 11. Kapitel des ersten Buches Mose, dass die Menschen eine gemeinsame Sprache hatten. Sie verstanden einander und waren sich einig. Sie fassten den Entschluss, ihre Kultur zu sichern, eine Stadt zu bauen. Um zu verhindern, dass jeder ungefragt einbrechen konnte, planten sie eine unüberwindbare Festung. Wirtschaftliche Ressourcen und technisches Know-how waren vorhanden. PR-bewusst formulierten diese Leute eine Zielsetzung: „Wir werden uns einen Namen machen!“ Realistische Gefährdungen wurden beachtet: „Wir könnten sonst über die ganze Erde zerstreut werden.“ Das hätte das Ende der ersten Hochkultur der Menschheitsgeschichte bedeutet. Die Überreste Babylons und Ninives sind bis heute einzigartig beeindruckend – sofern sie nicht von Fanatikern des so genannten Islamischen Staats vernichtet wurden.

Von einfacher Geschichtsschreibung unterscheidet sich die Heilige Schrift, weil sie nicht nur gemeinhin sichtbare Entwicklungen beschreibt. Sie kennt auch denjenigen, der das Geschehen in dieser Welt lenkt. Gott betrachtete, was die Menschen planten und bauten, und stellt ironisch fest: „Wenn das so weitergeht, hält sie nichts mehr auf!“ Offensichtlich lässt Gott sich weder für einen einheitlichen Nationalstaat noch für die Idee einer Hochkultur begeistern. Weil sich Menschen zu gut verstanden und glaubten, alles im Griff zu haben, mischte er den einheitlichen Sprachraum, das Volk und seine Leitkultur kräftig durcheinander. Der Name „Babel“ wird von der hebräischen Wurzel „balal“, „durcheinandermischen“, abgeleitet und zeugt davon, dass Gott sich eingemischt hat.

Das Resultat war, dass alle zu Migranten wurden und sich „von dort aus über die ganze Welt verstreuten“. Das berichtet die Bibel, ohne jede Überlegung, was legitime Gründe für Migration sein könnten. Der erste Grund waren Verständigungsschwierigkeiten und Missverständnisse, die Terach, den Vater Abrahams, und seine Familie aus Ur in Chaldäa nach Haran verpflanzten. Abraham hörte die Stimme Gottes, der ihn zum Weiterziehen bewegte. Später war er Wirtschaftsflüchtling. Sein Sohn Isaak ging streitsüchtigen Nachbarn aus dem Wege. Was ist aus biblischer Sicht ein legitimer Migrationsanlass? Ist es okay, wenn reiche Deutsche sich ein Zweithaus auf Mallorca oder im Tessin zulegen, um dort heimisch zu werden?

Die Bibel erzählt uns, was Gott damals dachte, sagte und tat. Wer die Bibel für Wort Gottes hält, glaubt, dass Gott auch heute die entscheidenden Impulse im Zeitgeschehen gibt. Politiker machen keine Geschichte, können auch Flüchtlingsströme nicht aufhalten. Mächtige Staatslenker sind im besten Fall gute Wellenreiter in einer Brandung, die sie praktisch kaum beeinflussen können.

Wenn das klar ist, stellen sich viele Fragen neu. Dann werden alle Klagen, Anklagen und Vorwürfe gegen Politiker zweitrangig, vielleicht sogar überflüssig. Wirklich entscheidend ist, was Gott jetzt von mir in dieser Situation erwartet.

Ihr Johannes Gerloff

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