Gott weiß. Psalm 1 – sechster Teil

  • Juli 13, 2019
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Die Kehrseite der Medaille, die Alternative zu einem glücklichen, gesegneten und erfolgreichen Leben, wird in den drei letzten Versen von Psalm 1 beschrieben:

„Nicht so die Bösen. Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht“ (Vers 4).

Wer vor dem 20. Jahrhundert mit Landwirtschaft aufgewachsen war, wusste sofort um was es ging. Das Bild, auf das der Psalmist anspielt, war selbsterklärend. In den Frühsommermonaten kann man die Szenen, die seit Jahrtausenden unverändert sind, heute noch im Gebirgsland Israels, in Judäa und Samaria, beobachten.

Bei der Getreideernte werden die Weizen- oder Gerstenhalme zunächst zu Garben gebündelt. Auf der Tenne, einer großen, ebenen Bodenfläche, werden sie dann gedroschen.

Das geschieht entweder, indem Menschen mit Schlegeln auf die Garben eindreschen, oder aber, im Nahen Osten meistens durch Rinder oder Esel, die einen Dreschschlitten über die Garben ziehen. Die traditionellen Dreschschlitten sind dicke Bretter, die an der Unterseite mit scharfem Flintstein gespickt sind. Das Dreschen zerschneidet die langen Halme und löst die Getreidekörner aus den Hülsen.

Beim Worfeln wird das Gemisch aus zerschnittenen Halmen, Hülsen und Körnern in die Luft geworfen. Der Wind trennt die Spreu vom Getreide. Die schweren Körner fallen nach unten. Die leichten Halmstücke und Körnerhülsen[1] werden vom Wind ein paar Meter weiter geweht.

Der Abfall des Getreides

Mezudat Zion[2] nennt die Spreu „den Abfall des Getreides“ und verweist auf Hosea 13,3. Dort wird das Wesen der Götzendiener in den Augen Gottes mit mehreren, einander ergänzenden Bildern beschrieben: „Sie werden sein wie Dunst am Morgen, wie Tau, der bei Sonnenaufgang vergeht, wie Spreu, die von der Tenne verweht wird, wie Rauch aus dem Schornstein.“[3]

Menschen mit ähnlichen Eigenschaften hat Paulus in Epheser 4,14 vor Augen. Er warnt die Epheser davor, „unmündig“ zu bleiben, das heißt, „von Wellen hin und her geworfen und getrieben von jedem Wind der Lehre durch das Verwirrspiel der Menschen, die mit Arglist auf Irreführung aus sind.“

Rabbi Altschuler erinnert in seiner Auslegung Mezudat Zion zu dieser Stelle zudem an 3. Mose 26,36. Dort wird dem Volk Israel im Falle des Ungehorsams angedroht: „Und die übrigbleiben von euch: Ich werde Feigheit in ihre Herzen bringen in den Ländern ihrer Feinde. Das Rascheln eines angeblasenen Blattes soll sie jagen. Sie werden fliehen wie vor einem Schwert und fallen, obwohl sie niemand verfolgt.“

Und Spurgeon beschreibt das Wesen der Menschen, deren Leben nicht bewusst vom Wort Gottes geprägt ist: „Sie sind wie Spreu, ohne inneren Wert, ohne Leben, ohne Nutzen, ohne Kern; daher ihr Schicksal: der Wind verstreut sie.“[4] Kurz: Sie sind ohne Wurzel, ohne Gewicht, nutzlos.[5]

„Deshalb haben die Bösen keinen festen Stand im Gerichtshof, noch die, die ihr Ziel verfehlen, im Rat der Gerechten“ (Vers 5).

Die Thora sieht Sünde sehr differenziert und unterscheidet zwischen jemandem, der bewusst gegen Gott rebelliert und einem, der aus Versehen, unwissentlich das Ziel seines Lebens verfehlt. Hier in Psalm 1,4 steht der „Sünder“, der möglicherweise nur aus Versehen, aus Leichtsinn oder unabsichtlich am Ziel vorbeischießt allerdings direkt neben dem „Bösen“, der bewusst und mit Überlegung gegen das Gesetz Gottes verstößt.[6] Keiner von beiden hat einen festen Stand.

Beim „Gericht“ geht es zunächst einmal nicht um das „Endgericht“, sondern um die Stellung, die eine Person nicht nur als Angeklagter, sondern auch als Richter oder Verteidiger in einem Gerichtshof einnimmt. Luther erkennt korrekt: „‚Gericht‘ bezeichnet hier, nach einer übertragenen Redeweise der Schrift, ein Amt (officium).“[7]

Das „Gericht“ steht parallel zum „Rat der Gerechten“. Im Vers zuvor war die Unstetigkeit, die Wankelmütigkeit, die Prinzipienlosigkeit der „Spreu“ betont worden. So ein Mensch kann kein (positives) Gewicht haben. Er wird keine Stellung beziehen, kein Profil zeigen können. Luther kommt zu dem Schluss: „Sie werden ganz und gar nicht unter die Diener Gottes gerechnet werden.“[8]

Vor Gott gerecht

Laut Samson Raphael Hirsch[9] ist ein „Gerechter“ (צדיק/zadik) „der mit Bewusstsein und Ernst allen seinen Pflichten gerecht Werdende im Gegensatz zu Bösen (רשעים/rescha‘im) und Sündern (חטאים/chata‘im).“[10]

Im Neuen Testament werden Abel[11], Noah (Hebräer 11,7), Abraham (Jakobus 2,21-24), Lot (2. Petrus 2,7-8), Rahab (Jakobus 2,25), Josef, der Mann der Maria (Matthäus 1,19), Zacharias und Elisabeth (Lukas 1,6), Johannes der Täufer (Markus 6,20), Simeon (Lukas 2,25), Josef von Arimathäa (Lukas 23,50), Jesus[12] und der Vater im Himmel[13] als „gerecht“ bezeichnet.

„Gerecht“ wird man nach neutestamentlicher Lehre allein aus Gnade durch eine Glaubensbeziehung mit dem lebendigen Gott durch Jesus Christus.[14] Dabei beziehen sich die Autoren des Neuen Testaments explizit auf die Thora und die Propheten. Gerechtigkeit gehört zu den unabdingbaren Eigenschaften derer, die Jesus nachfolgen.[15] Jesus erwartete von seinen Jüngern, dass ihre Gerechtigkeit besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer (Matthäus 5,20).

„Das Reich Gottes ist“, nach Aussage von Paulus (Römer 14,17), „nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Neben Güte und Wahrheit gehört Gerechtigkeit zur Frucht des Lichts (Epheser 5,9). Ungerechte werden das Reich Gottes nicht ererben (1. Korinther 6,9). Deshalb fordert Paulus seine Leser auf: „Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit“ (Epheser 4,24).

„Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten…“ (Psalm 1,6a).

Vom Herrn gekannt zu sein, ist das alles Entscheidende. Es gibt kein schlimmeres Urteil über eine Person als die Feststellung des Herrn: „Ich kenne dich nicht“ (Matthäus 7,23).

Die Bedeutung des biblischen Wortes „ידע/jada‘“ – „wissen“, „kennen“, „erkennen“ – ist weit mehr als nur „informiert sein“. Psalm 139 beschreibt auf bewegende Weise, was es bedeutet, wenn Gott einen Menschen „kennt“.[16]

Gott weiß…

Mezudat Zion erinnert an 2. Mose 2,25. Dort wird die Situation der Hebräer in Ägypten beschrieben, wie sie unter der Sklaverei stöhnten und aufschrien. Der alles entscheidende Wendepunkt in dieser furchtbaren Lage kam, als Gott „hörte“, „sich erinnerte“, „sah…“ bis schließlich zum Höhepunkt des Handelns des Gottes Israels: „…und Gott wusste“ (וַיֵּדַע אֱלֹהִים).

Wörtlich übersetzt heißt „ידע/jada‘“ „von etwas Kenntnis nehmen“. Es bezeichnet dann aber vor allem Gottes „schützende, anhaltende und fördernde Fürsorge“, wie sie das Volk Israel auf der Wanderschaft in der Wüste erfahren hat.[17] Rabbi Mosche Alschich[18] ergänzt: Wenn der Herr Kenntnis nimmt, dann „überblickt und beeinflusst der Herr den Weg der Gerechten… Er kommt, um den Gerechten zu reinigen und ihm zu helfen.“

Im biblischen Denken geht es beim „Kennen“ und „Erkennen“ um eine tiefe, exklusive Beziehung. „Adam erkannte Eva, seine Frau“ beschreibt so ein Verhältnis, das immer darauf ausgerichtet ist, Frucht zu bringen (1. Mose 4,1).

Es geht also nicht um das Einhalten von Geboten, um Regeln, die auf keinen Fall gebrochen werden dürfen, um Leitlinien, die man unter keinen Umständen überschreiten darf. Es geht um eine Beziehung, nicht zu einem System von Geboten, zu einem Prinzip, einer Philosophie oder einer richtigen Lehre, sondern zu einer Person. Wenn wir uns an den Beginn von Psalm 1 erinnern, dann geht es um eine gelebte Beziehung mit dem lebendigen, Person-gewordenen Wort Gottes, wie es etwa in Johannes 1,1-5 beschrieben wird.

…deshalb ist das Heil gewiss

Rabbi Hirsch formulierte in seiner Auslegung, dass diese Kenntnis Gottes der Grund dafür ist, „weshalb Gerechte (צדיקים/zadikim) des Fortschritts zum Heil gewiss sein können. Ihr Weg ist der von Gott gewollte und geförderte“.[19] Und Rabbi Altschuler ergänzt in Mezudat David: „Der Heilige achtet darauf, den Weg der Gerechten zu erkennen und zu überwachen, damit sie auf diesem Weg nicht straucheln.“

„…aber der Weg der Bösen vergeht“ (Psalm 1,6b).

„Der Weg der Gesetzlosen hingegen bedarf zu seiner Vereitelung gar keines besonderen Einschreitens Gottes“, erklärt Hirsch. „Er geht von selbst verloren, er ist von vornherein hoffnungslos, da ihm die Fürsorge Gottes fehlt. תֹּאבֵד [toved = vergeht], er verliert sich ins Öde, er erreicht nicht sein Ziel.“[20]

Mezudat David sieht das ähnlich, dass der Weg der Bösen einfach nicht die Aufmerksamkeit des Herrn genießt. Deshalb ist er den Zufällen überlassen.

Aber selbstverständlich kommt hier noch ein weiterer Aspekt ins Spiel, der in allen drei abschließenden Verses von Psalm 1 mitklingt. Die Bösen und Sünder sind nicht nur „dahingegeben“, wie das in Römer 1,24-32 zum Ausdruck kommt und somit etwa „weniger erfolgreich“ in ihrem Leben als ein Thoraschüler. Wer sich bewusst oder unbewusst vom Schöpfer abwendet, geht einem furchtbaren Gericht entgegen.

Ein Bild für das (End-)Gericht

Ein Gang durch die Stellen der Heiligen Schrift, in denen das Bild vom Dreschen, von der Tenne und der Spreu verwendet wird, macht schnell klar, dass es häufig für ein Gerichtshandeln Gottes steht.[21] Die gehäckselte Spreu mag weithin noch als Futter oder Einstreu für die Tiere[22] oder zur Herstellung von Ziegeln[23] verwendet worden sein.

Allerdings muss dazu bemerkt werden, dass nur in der griechischen Übersetzung der Thora, in der Septuaginta (LXX) das Wort „Spreu“ (griechisch ἄχυρον/ἄχυρος) eine positive Bedeutung hat. An keiner Stelle liegt dabei das hebräische Wort מוץ/moz der Übersetzung zugrunde. Im hebräischen Urtext ist das Wort „Spreu“ (מוץ/moz) ausnahmslos negativ besetzt. In Hiob 41,19 ist „Spreu“ einfach nur „billig“, ein Nebenprodukt, nützlicher Abfall, an dem es keinen Mangel gibt.

So ist es nur konsequent, wenn Johannes der Täufer behauptet, Jesus werde die Spreu nicht nur unbeachtet herumliegen oder vom Wind verwehen lassen, geschweige denn einen Nutzen in ihr sehen, sondern „mit unauslöschlichem Feuer verbrennen“.[24]

„Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?“, fragt Jeremia (23,28). Er zeigt damit an, dass es keinen Mittelweg, keinen Kompromiss gibt. Weizen und Spreu müssen notwendigerweise voneinander getrennt werden. Amos Chacham[25] betrachtet es als zwingend, dass „der Herr die Gerechten von den Bösen trennt, wie die Körner von der Spreu getrennt werden müssen.“[26]

Im Rahmen eines anderen Bildes aus der Landwirtschaft, aber gleichermaßen kompromisslos versicherte Jesus: „Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt Er weg“ (Johannes 15,2). Dabei ist das Ende der fruchtlosen Reben, genau wie das der Spreu bei Johannes dem Täufer, dass „sie gesammelt, ins Feuer geworfen und verbrannt werden“ (Vers 6).

Deshalb hat Spurgeon Recht, wenn er seiner Beschreibung der „Spreu-Menschen“ unmittelbar anfügt: „Der Tod wird sie mit seinem schrecklichen Hauche in das Feuer treiben, das sie verzehren wird.“[27]

Jesaja (2,10-21) beschreibt, was Menschen erwartet, die ihr Leben ohne Gott zu meistern suchen. Genauso zeigt Jesus im Gleichnis vom Fischnetz (Matthäus 13,47-50) wie Gott „die Bösen“ von „den Gerechten“ trennen wird. Das Ende der Sünder ist „der feurige Ofen“.

Auch Paulus schreibt vom „Tag des Gerichts“, der „mit Feuer“ offenbaren wird, „von welcher Art eines jeden Werk war“, auf welches Fundament ein Mensch sein Leben gebaut hat und welchen Wert sein Wirken hatte (1. Korinther 3,12‑13).

Kein ausgewogener Mittelweg

Deshalb steht in Psalm 1 – wie in der Parallele Jeremia 17,5‑10 – auf der einen Seite derjenige, der „Gefallen an der Thora des Herrn hat“ und deshalb „Tag und Nacht in seiner Thora murmelt“ (Psalm 1,2), der „Gerechte“ (Psalm 1,5‑6), der „seine Sicherheit im Herrn sucht“, so dass „der Herr seine Sicherheitsgarantie ist“ (Jeremia 17,7).

Ihm gegenüber steht der „Böse“, der „Sünder“, der „Spötter“ (Psalm 1,1.4-6), „der seine Sicherheit bei Menschen sucht“ und „Fleisch zu seinem Arm macht“. Konkret bedeutet das, dass er „sein Herz vom Herrn abgekehrt“ (Jeremia 17,5).

Einen „Neutralen“, „Objektiven“, „Sachlichen“, „Ausgewogenen“, „Unbeteiligten“, der „sich nicht einmischt“ oder „heraushält“, gibt es in der Bibel nicht – so gern wir das auch hätten.

In Matthäus 25,31‑46 verurteilt Jesus diejenigen, die etwas „nicht getan“ haben, die sich herausgehalten haben. Er bezeichnet sie als „Verfluchte“, die auf das „ewige Feuer“ zugehen, „das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.“

Dem „Engel der Gemeinde in Laodizea“ (Offenbarung 3,14‑22) wirft der erhöhte Christus vor, „weder kalt noch warm“ zu sein. Er kommt zu dem Schluss: „Weil du lau bist, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“

Im hebräischen Denken der Bibel ist das Bild von der Spreu immer ein Bild vom Gericht, von der Unterscheidung zwischen fruchtbar und unfruchtbar, und von der Vernichtung der wertlosen Spreu.

Die Schrift ist unmissverständlich, eindeutig: „Der Herr ist weit entfernt vom Bösen. Das Gebet des Gerechten hört er“ (Sprüche 15,29). Aber: „Wer sein Ohr abwendet vom Hören der Thora“, muss davon ausgehen, dass „selbst sein Gebet ein Gräuel ist“ (Sprüche 28,9).

Fußnoten:


[1] עמוס חכם, ספר תהלים, ספרים א-ב, מזמורים א-עב (ירושלים: הוצאת מוסד הרב קוק, הדפסה שביעית תש”ן/1990), ה.

[2] Bibelkommentar von David Altschuler, der im 18. Jahrhundert in Jaworow in Galizien lebte. Während seine Auslegung Mezudat Zion einzelne Worte erklärt, beleuchtet Mezudat David die Bedeutung des Texts.

[3] Ähnliche Aussagen sind in Psalm 35,5; Jesaja 17,13; 29,5 und Daniel 2,35 zu finden.

[4] Charles Haddon Spurgeon, Die Schatzkammer Davids. Eine Auslegung der Psalmen von C. H. Spurgeon. In Verbindung mit mehreren Theologen deutsch bearbeitet von James Millard. I. Band (Wuppertal und Kassel/Bielefeld: Oncken Verlag/Christliche Literatur-Verbreitung, 1996), 7.

[5] Derek Kidner, Psalms 1-72. An Introduction & Commentary, TOTC (Leicester/England and Downers Grove, Illinois/USA: Inter-Varsity, 1973), 49.

[6] Vergleiche Samson Raphael Hirsch, Psalmen (Basel: Verlag Morascha, 2. Neubearbeitete Auflage 2005), 1.

[7] Johann Georg Walch (hg.), Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften. Vierter Band. Auslegung des Alten Testaments (Fortsetzung). Auslegung über die Psalmen (Groß Oesingen: Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms, 2. Auflage, 1880-1910), 247-248.

[8] Johann Georg Walch (hg.), Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften. Vierter Band. Auslegung des Alten Testaments (Fortsetzung). Auslegung über die Psalmen (Groß Oesingen: Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms, 2. Auflage, 1880-1910), 248.

[9] (1808-1888), stammte aus Hamburg und diente als Oberrabbiner in Oldenburg, Aurich, Osnabrück, in Mähren und Österreichisch-Schlesien. Als profilierter Vertreter der Orthodoxie war er ein ausgesprochener Gegner des Reform- und konservativen Judentums. Hirsch legte großen Wert auf das Studium der gesamten Heiligen Schrift. Ab 1851 war er Rabbiner der separatistischen orthodoxen „Israelitischen Religions-Gesellschaft“, engagierte sich im Bildungsbereich und veröffentlichte das Monatsmagazin „Jeschurun“. Hirsch hatte eine große Liebe zum Land Israel, war gleichzeitig aber ein Gegner der proto-zionistischen Aktivitäten von Zvi Hirsch Kalischer. Er wird als einer der Gründungsväter der neo-orthodoxen Bewegung gesehen.

[10] Samson Raphael Hirsch, Psalmen (Basel: Verlag Morascha, 2. Neubearbeitete Auflage 2005), 6.

[11] Matthäus 23,35; 1. Johannes 3,12; Hebräer 11,4.

[12] Lukas 23,47; Apostelgeschichte 3,14; 7,52; 1. Petrus 3,18.

[13] Johannes 17,25; 2. Timotheus 4,8; Offenbarung 16,5; vergleiche auch Römer 9,14; Hebräer 6,10.

[14] Vergleiche Apostelgeschichte 13,38-41; Römer 1,16-17; 3,19-31; 4; 5,1.9; 8,30.33; 10,10; 1. Korinther 6,11; 2. Korinther 5,21; Galater 2,16-17; 3; Philipper 3,9; Titus 2,14; 3,7.

[15] Titus 1,8; 2,12; vergleiche ferner Epheser 6,14; Philipper 1,11; 4,8; 1. Thessalonicher 2,10; 1. Johannes 2,29; 3,7; Offenbarung 19,8.

[16] Derek Kidner, Psalms 1-72. An Introduction & Commentary, TOTC (Leicester/England and Downers Grove, Illinois/USA: Inter-Varsity, 1973), 49.

[17] Samson Raphael Hirsch, Psalmen (Basel: Verlag Morascha, 2. Neubearbeitete Auflage 2005), 6, mit Verweis auf 5. Mose 2,7.

[18] (1507/08-1593) auch „der heilige Alschich“ genannt, stammte aus Adrianopel, dem türkischen Edirne, unweit dem heutigen Dreiländereck Türkei-Bulgarien-Griechenland, wo er an der Talmudschule des Rabbi Josef Karo studierte. 1535 wanderte er in das Land Israel aus und ließ sich in Zfat in Obergaliläa nieder. Als ihm ein Jahr später sein Lehrer Josef Karo folgte, war er bereits einer der rabbinischen Richter in der Stadt. In der Folgezeit profilierte sich Alschich als Prediger und Ausleger der Bibel und des Talmuds. Einer Legende zufolge soll sein Sohn als Kind entführt und Muslim geworden sein. Alschich liegt in Zfat begraben, wo in der Altstadt heute noch eine alte Synagoge den Namen „Beit HaKnesset HaAlschich HaKadosch“ trägt.

[19] Samson Raphael Hirsch, Psalmen (Basel: Verlag Morascha, 2. Neubearbeitete Auflage 2005), 6.

[20] Samson Raphael Hirsch, Psalmen (Basel: Verlag Morascha, 2. Neubearbeitete Auflage 2005), 6.

[21] Siehe zum Beispiel Hiob 21,17-18; Jesaja 41,15-16; Daniel 2,35; Hosea 13,3; Zefanja 2,2; vergleiche ferner 2. Samuel 24,16; 1. Chronik 21,15.22; Jeremia 51,33; Micha 4,12.

[22] 1. Mose 24,25.32; Richter 19,19; Jesaja 11,7; 30,24; 65,25.

[23] 2. Mose 5,7.10-13.16.18.

[24] Matthäus 3,11-12; Lukas 3,16-17.

[25] (1921-2012) wurde in Israel bekannt als Gewinner des ersten israelischen und weltweiten Bibelquiz. Sein behinderter Vater, Noach Chacham, war ein jüdischer Bibellehrer, der 1913 von Wien nach Jerusalem übergesiedelt war. Er hatte den einzigen Sohn aus Angst vor einem Sprachfehler nicht an eine öffentliche Schule geschickt, sondern in äußerst ärmlichen Verhältnissen selbst ausgebildet. Das Bibelquiz im August 1958 offenbarte sein Genie und begründete seine legendäre Laufbahn als Schriftausleger. Seine Auslegungen liegen mir nur in hebräischer Sprache vor.

[26] עמוס חכם, ספר תהלים, ספרים א-ב, מזמורים א-עב (ירושלים: הוצאת מוסד הרב קוק, הדפסה שביעית תש”ן/1990), ה.

[27] Charles Haddon Spurgeon, Die Schatzkammer Davids. Eine Auslegung der Psalmen von C. H. Spurgeon. In Verbindung mit mehreren Theologen deutsch bearbeitet von James Millard. I. Band (Wuppertal und Kassel/Bielefeld: Oncken Verlag/Christliche Literatur-Verbreitung, 1996), 7.

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