Interview mit Jürgen Thomas Müller (jtm), dem Chefredakteur der Sendung Fokus Jerusalem. Die Fragen stellte Krista Gerloff (kg).

kg: Herr Müller, sie sind hauptberuflich mit dem Thema Israel beschäftigt. Sie investieren viel Zeit und Energie in dieses Thema. Warum machen sie das?

jtm: Das hat vor allem zwei Gründe, einen journalistischen und einen geistlichen. Als Journalist ist mir aufgefallen, dass über kein anderes Land der Erde derart einseitig negativ berichtet wird. Dem möchte ich entgegenwirken. Geistlich ist Israel ein Teil meiner Berufung, nämlich bekannt zu machen, was Gott dort tut.

kg: Sie haben ihre Sendung „Fokus Jerusalem“ genannt. Warum?

jtm: Jerusalem steht im Fokus der Weltöffentlichkeit. Der Stadt kommt in der Bibel eine zentrale Bedeutung zu, und das über Jahrtausende hinweg bis in die Zukunft hinein. Als Hauptstadt Israels steht Jerusalem symbolisch für das ganze Heilige Land. Somit trifft der Titel der Sendung unser inhaltliches Anliegen ziemlich gut.

kg: Sie wollen Berichte aus erster Hand bringen. Wie oft reisen sie nach Israel?

jtm: Ich bin jedes Jahr mindestens sechs Mal für jeweils zehn Tage in Israel, also zusammengerechnet etwa zwei Monate. Als „Israel-Verrückter“ verbringe ich zudem dort auch noch Urlaubstage oder begleite dort Freizeiten, es kann also auch mehr Zeit sein.

kg: Sie reisen sehr einfach und übernachten nicht in Fünf-Sterne-Hotels. Sie machen es trotzdem gerne. Was gibt ihnen das Gefühl der Genugtuung?

jtm: Die Produktion der Sendung wird durch Spenden finanziert. Das verpflichtet uns, besonders sparsam mit den uns anvertrauten Mitteln umzugehen. Zudem bemühen wir uns, das Land aus der Sicht von ganz normalen Israelis zu sehen – und die leben ja auch nicht in Luxushotels oder fahren Nobelkarossen. Mich freut es, wenn es uns gelingt, in Europa Verständnis für die Sorgen und Hoffnungen, Nöte und Freuden der Israelis zu wecken. Dazu zählen übrigens arabische Israelis genauso wie ultraorthodoxe Juden.

kg: Was ist eigentlich Ihr Ziel?

jtm: Wir als „Macher“ von Fokus Jerusalem – dazu zählt mein Freund und Kollege Johannes Gerloff als geistlicher Leiter ebenso wie unser israelischer Organisator Gilad Yosian – möchten den Zuschauerinnen und Zuschauern einen neuen Blick auf Israel und seinen Messias ermöglichen.

kg: Das Thema Israel ist ein umstrittenes Thema und nicht immer populär. Sie sind ein fähiger Fernsehjournalist. Haben sie nicht mal überlegt sich für ein anderes Thema einzusetzen?

jtm: Ich hatte das Glück, durch meine berufliche Arbeit aus mehr als 30 Ländern berichten zu dürfen. Ich war dafür auf allen Kontinenten unterwegs und habe die unterschiedlichsten Menschen, Kulturen und Probleme kennengelernt. Nach diesen vielen Jahren – und sehr vielen Stunden im Flugzeug – habe ich mich ganz bewusst dafür entschieden, den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Israel-Berichterstattung zu legen. Aber es gibt sicher noch andere Themen, die mich reizen, zum Beispiel den Kampf gegen Sklaverei und Menschenhandel, oder die professionelle medizinische Hilfe bei Naturkatastrophen. Dafür fehlt mir aber momentan die Zeit.

kg: Sie berichten aus ganz verschiedenen Winkeln. Eines Ihrer Magazine erzählte von Barta‘a, einem geteilten arabischen Dorf. Vor kurzem wurde dort von israelischen Sicherheitskräften ein Haus demoliert, weil von dort ein Terrorist gekommen ist, der zwei Israelis mit Absicht überfahren und getötet hat. Wie geht es Ihnen damit, wenn sie so etwas erfahren?

jtm: Jeder Terroranschlag macht mich betroffen, manchmal auch wütend. Wütend, weil die Palästinensische Autonomiebehörde die Familien von Terroristen mit hohen Geldzahlungen belohnt und so den Terror fördert. Vor diesem Hintergrund erscheint der Häuserabriss in einem anderen Licht – Terrorismus darf sich finanziell nicht lohnen!

kg: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Sie können die wöchentlichen Sendungen von Fokus Jerusalem auf BibelTV donnerstags um 22:30 Uhr, samstags um 16:30 Uhr, sonntags um 19:30 Uhr und mittwochs um 17:30 Uhr verfolgen. Außerdem verlinken wir die Sendungen jede Woche auf unserer privaten Webseite www.gerloff.co.il oder das gesamte Archiv ist online auch immer unter www.fokus-jerusalem.tv einzusehen.